Nachhaltigkeit zum Anfassen – Schülerfirma „Timeout – Take a Break“ aus Altenburg auf Unternehmensbesuch in Erfurt

Am Donnerstag, 25.09.2025 fand von 09:00 bis 14:00 Uhr der "Gipfel der Nachhaltigkeit" in Erfurt statt. 

 

„Was macht eigentlich nachhaltige Unternehmen aus?“ – diese Frage steht im Zentrum des Formats „Gipfel der Nachhaltigkeit“. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf sozialer Nachhaltigkeit.

Wie können wir (und die Unternehmen um uns herum) eine Gesellschaft schaffen, in der alle Menschen menschenwürdig leben können, Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit haben und in der soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit gewährleistet sind?

Um das zu verstehen, begab sich auf Einladung der Koordinierungsstelle „Schülerfirmen Thüringen“ die Schülerfirma „Timeout – Take a Break“ der Erich-Mäder-Schule in Altenburg auf eine Exkursionen zu einem Unternehmen in Erfurt. Das Besondere? Es wird von einer Unternehmerin mit Migrationsbiografie geleitet. Sie erzählt uns, was sie auf dem Weg zum Unternehmertum erlebt hat, berichtet von Herausforderungen und den kleinen und großen Erfolgen.   

Ein Workshop zum Start

Für die Schülerfirma „Time out – Take a Break“ aus Altenburg begann der Tag mit einem Workshop im M6, einem Raum der Wirtschaftsförderung in Erfurt. Gemeinsam mit dem Team der Koordinierungsstelle „Schülerfirmen Thüringen“ bereiteten sich die Jugendlichen auf den Unternehmensbesuch vor:

  • Was macht Unternehmer:innen aus?
  • Welche Fragen wollen wir stellen?
  • Und wie bereiten wir ein Interview richtig vor?

Nach dem kurzen Transfer ging es dann los – ins Malstudio „Keramika“ von Tatjana Lusik.

Begegnung mit einer Unternehmerin

Schon beim ersten Gespräch war die Neugier groß. Frau Lusik erzählte offen von ihrem Weg: von ihrer Einwanderung aus der ehemaligen UDSSR, von ihrer ersten Geschäftsidee – einem Familiencafé, das nach einigen Jahren wieder schließen musste – und von ihrem Mut, es noch einmal zu versuchen.

Am meisten beeindruckt hat aber wohl Frau Lusiks Scheitern und ihr Ankämpfen gegen widrige Umstände. Schon kurze Zeit nach der Schließung ihres Familiencafés „Konfetti“ gelang ihr mit dem Malstudio „Keramika“ der unternehmerische Neuanfang. Nach erfolgreicher Anfangsphase stand eine dringende Vergrößerung und ein Umzug an. Die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten traf unglücklicherweise aber genau mit dem Einsetzen der Corona-Maßnahmen zusammen, sodass von einem auf den anderen Tag die die Einnahmen wegbrachen. Aber auch dafür fand sich eine kreative Lösung und die Keramikrohlinge wurden kurzerhand zu den Kunden nach Hause gebracht.

Das Gespräch zwischen den Mitarbeiter:innen der Schülerfirma und der mehrfachen Unternehmensgründerin verlief sehr angeregt und die Schüler:innen konnten nicht nur Antworten auf ihre Fragen erhalten, sondern wurden auch mit neuen unerwarteten Einsichten konfrontiert. Hanna, 14 Jahre, Geschäftsführerin von „Time out - Take a Break“ zeigte sich im Nachgespräch überrascht:

 „So habe ich mir eine Unternehmerin nicht vorgestellt – ich dachte, dass das nur im Büro sitzen und schreiben ist.“

Nachhaltiges und soziales Unternehmertum

Auch Dimensionen einer sozialen Nachhaltigkeit kamen zur Sprache. Frau Lusik verbindet mit ihrem Keramikstudio auch einen Bildungsgedanken und möchte eine Möglichkeit schaffen, dass Menschen sich kreativ ausdrücken können. Sie findet, dass dies eine wesentliche Fähigkeit im gesellschaftlichen Miteinander darstellt. Daher bietet sie auch für finanziell benachteiligte Familien oder Senior:innen vergünstigte Kurse an. Alle sollen es sich leisten können!        

Übertragung auf die Schülerfirmenarbeit

Zurück in den Räumen der M6 haben wir die Eindrücke aus dem Gespräch gesammelt und eine Reflektion über das Gesehene angestoßen. Der Mut und das Vertrauen in sich selbst, welches aus den Erzählungen von Frau Lusik spricht, sind auch bei den Jugendlichen als eindrückliche Erfahrung hängen geblieben.  

„Ich bin ehrlich, ihre Geschichte hat mich total erstaunen lassen. […] Was sie alles durchgemacht hat.“

Am Ende nahmen die Jugendlichen nicht nur konkrete Ideen für ihre eigene Schülerfirma mit, sondern auch eine wichtige Erkenntnis: Nachhaltigkeit lebt von Menschen, die mutig sind, an sich glauben und kreative Lösungen finden.


Wir danken Tatjana Lusik vom Malstudio Keramika für Ihre Offenheit, und in Ihren Räumlichkeiten zub begrüßen sowie dem Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Erfurt, die uns den Raum "M6" kostenfrei zur Verfügung gestellt haben!

Das Programm "Schülerfirmen Thüringen" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus.

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